Namibia Tag 18 bis 19

Posted by on February 7, 2008 in Nambia 2007, Uncategorized | 0 comments

Wir verlassen den Etosha Park durch das Lindequist Gate. Unser nächstes Ziel heißt Roy’s Camp, das zwar nicht direkt auf unserem Rundweg liegt, von dem wir aber einen Besuch in ein San Dorf unternehmen wollen. Doch zunächst benötige ich etwas Bargeld. Deshalb steuern wir zunächst Tsumeb an, wo wir im Etosha Cafe zunächst einen Snack zu uns nehmen. Das Cafe verfügt über einen schönen, begrünten Innengarten.

Insgesamt offenbart sich Tsumeb als recht grüne Stadt, mit schönen Häusern und gepflegten Grünflächen. Das Wasser für die Begrünung kommt wohl durch die Minen, die hier früher in Betrieb waren und in denen sich heute Grundwasser sammelt. Das mit dem Bargeld gestaltet sich dann doch als etwas problematischer. Keiner der Geldautomaten, die Maestro Karten akzeptieren, funktioniert. Also begebe ich mich in eine Bank, um Euros einzutauschen. Die afrikanische Gemütlichkeit fordert ihren Tribut, nämlich Geduld. Aber nach einer guten dreiviertel Stunde kann ich die Bank mit frischen Namib Dollars verlassen. Weiter geht’s nun über Grootfontain auf der gut ausgebauten B8 Richtung Roy’s Camp. In Grootfontain tanke ich noch einmal. Da es hier einen funktionierenden Geldautomaten gibt, versorge ich mich für den Rest des Urlaubs mit dem notwendigen Bargeld. Am frühen Nachmittag erreichen wir Roy’s Camp. Das Camp macht einen rustikalen, gemütlichen Eindruck.

Um nicht selbst kochen zu müssen, melden wir uns zum Abendessen an. Das Essen ist ausgezeichnet und ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, sich dies nicht entgehen zu lassen. Der nächste Tag beginnt für uns um 7.30 Uhr mit einem Ausflug zu einem San Dorf. Das Projekt nennt sich Living Museum und wird von einer San Community betrieben. Es ist über die C44 leicht zu finden und zu erreichen. Wir werden dort von einem San empfangen, der uns über den Ablauf aufklärt. Wir können aus verschiedenen Programmpunkten, wie Bushwalk, Tanz und Handwerk wählen. Wir entscheiden uns für das komplette Programm. Nach etwa halbstündigem Warten, in dem wir von Kindern belauert werden, erscheinen schließlich die San in ihrer traditionellen Kleidung, nur mit einem Lendenschurz aus Tierfell bekleidet. Sie sind ziemlich klein und zierlich gebaut, ganz anders als die Himbas.

Die San Gruppe, die mit uns nun durch den Busch streift ist ein Querschnitt durch alle Generationen. Zunächst zeigen sie uns wie sie Bäume, Büsche, Wurzeln und Früchte zur Ernährung, als Medizin oder Pfeilgift nutzen, oder mit welcher Geschicklichkeit sie Fallen für Vögel stellen. Anschließend demonstrieren sie uns ihre handwerklichen Fähigkeiten; die Frauen fertigen Ketten und Armbänder, während die Männer Bögen, Pfeile und andere Werkzeuge herstellen. Zum Abschluß tanzen sie noch ihre traditionellen Tänze. Auch wenn es sich hier wie eine billige Show für Touristen anhört, kann ich nur sagen, dass alles was man hier sieht und erlebt sehr authentisch ist. Gerade der älteren Generationen merkt man an, daß diese Traditionen noch tief verwurzelt sind und ihnen Spaß machen. Deutlich wird dies beim Tanz aber auch mit der Hingabe wie sie z.B. versuchen für uns einen Wurm zu finden, den sie zur Herstellung von Pfeilgift nutzen.

Bei uns hinterläßt dieser Ausflug tiefe Eindrücke. Das Sozialverhalten, das friedliche Miteinander sowie die Verbundenheit zur Natur lassen uns den San großen Respekt zollen. Wir könnten viel von ihnen für unsere Gesellschaft lernen. Aber leider wird auch dieses Naturvolk in Reservate gedrängt und ihnen unsere Vorstellung von Zivilisation gnadenlos übergestülpt. Bevor wir uns letztendlich verabschieden, erhalten wir noch Gelegenheit ihre gefertigen Produkte zu erwerben. In völligem Kontrast zum Verhalten der Himbas lassen uns die San in aller Ruhe die Waren betrachten. Alles ist beschriftet und benennt den Verkäufer. Gezahlt wird schließlich bei einer Person, die alles notiert und später das Geld aufteilt. Abschließend kann ich kann nur jedem raten, dem sich diese Gelegenheit bietet, dieses Dorf zu besichtigen. Zum Einen, denke ich, unterstützt man eine gute Sache, zum Anderen ist es ein eindrucksvolles Erlebnis.

Den verbleibenden Rest des Tages verbringen wir noch gemütlich bei Roy’s und lassen uns erneut das Abendessen schmecken.
[Mehr Namibia Bilder gibt es hier. ]

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